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Feuerwehrfest mit Fahrzeugübergabe

Unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und der Feuerwehrleute wurde das vor einem halben Jahr erworbene Löschgruppenfahrzeug 10/6 der Feuerwehrabteilung Großaltdorf feierlich von der Stadt an die Feuerwehr übergeben und offiziell in Dienst gestellt. Anschließend segneten die beiden Pfarrer das neue Fahrzeug. Dem Übergabeakt mit Segnung schloss sich abends und am ganzen Sonntag ein Magazinfest an.  

Kommandant Jens Marquardt begrüßte alle geladenen Gäste, darunter Vertreter der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und Ortschaftsrats, Feuerwehrfunktionäre und Vertreter der umliegenden Feuerwehren sowie die Oldtimerfreunde aus Bruchsal und Neuenstein und die gesamte anwesende Bevölkerung auf dem Lindenplatz.

Der Kommandant führte aus, dass wichtigste Aufgabe der Feuerwehr sei, Leben zu retten und dazu trage auch das neue Fahrzeug bei. Hierfür benötigt man die entsprechenden Geräte um schnell und umfangreich den Bürgern helfen zu können. Nur im Zusammenspiel zwischen Mensch und Material könne sinnvoll und effektiv geholfen werden..

Sein größter Dank galt den Migliedern des Arbeitskreis Feuerwehrfahrzeug, der die Vorbereitungen und Ausschreibungen für das neue Fahrzeug erledigt hat, wozu viele Stunden von insgesamt neun Feuerwehrleuten aufgebracht wurden. Den größten Beitrag dazu hatte Heiko Berroth der in mehreren hundert Stunden alles zu Papier brachte und die technische Lösungen prüfte. Für diese Unterstützung und Erleichterung bedankte sich Kommandant Marquardt bei Ihm mit eine persönlichen Geschenk.
Bei der Ausschreibung habe man das Leistungsverzeichnis an den örtlichen Bedarf angepasst.

Kommandant Jens Marquardt bedankte sich vor allem bei der Stadt und dem Gemeinderat für ein offenes Ohr und die Weitsicht für die Sicherheit der Bürger.

Das Fahrzeug koste umgerechnet 2,24 € pro Einwohner/pro Jahr auf 25 Jahre umgerechnet. Anschließend erläuterte er noch die Eckdaten des neuen LF 10/6, ein 11-Tonnen-Allradfahrzeug mit einem Löschwassertank von 900 Litern Inhalt, ausgestattet auch mit 6 Atemschutzgeräten, Wasser- Schnellangriff, Hydraulischem Hilfeleistungssatz, Sanitätsrucksack mit Trage, Rettungsgerät für Atemschutzgeräteträger und einer Rettungsplattform, um nur das Wichtigste zu nennen

Auch Bürgermeister Manfred Walter freute sich, neben den Feuerwehrkameraden und geladenen Gästen auch viele Besucher aus der Bevölkerung begrüßen zu können und das bei bestem Maiwetter unter der Dorflinde. Er verglich die Beschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeuges mit einer Stellenausschreibung und der Suche nach einem „neuen Mitarbeiter“, nach dem das alte Fahrzeug in die Jahre gekommen war und verschiedene Mängel aufwies, so dass man es im Dezember in Ruhestand versetzte und ins Rheinland veräußerte. Zur Beschaffung des neuen Fahrzeuges habe man sich mit der Feuerwehr zusammen Gedanken und Vorstellungen gemacht und den passenden Typ für Großaltdorf ausgewählt. Auch die zeitliche Abfolge von Ausschreibung, Auftrag und Lieferung hat gut gepasst, so dass die Firma Ziegler dankenswerter weise das Fahrzeug fristgerecht liefern konnte. Somit sei diese „Stelle“ Ende November 2007 neu besetzt worden. Der neue Mitarbeiter LF 10/6 gefällt, kann sehr viel und hat sprichwörtlich auch eine Menge in sich. Die normalerweise übliche Probezeit von 6 Monaten läuft noch, geht aber bald zu Ende und das Fahrzeug habe sich ja bereits bei einem Einsatz bewährt. Das Fahrzeug sei umgänglich und praktisch und somit das richtige Werkzeug für die Feuerwehr, die von ihrem neuen Fahrzeug wie man sehen und erfahren konnte sehr begeistert ist, mit ihm übt und sich einlernt, so dass man die Probezeit als bestanden ansehen könne.

Heute werde das neue Fahrzeug nun offiziell übergeben und damit in das Feuerwehrteam aufgenommen. Dies sei für die Feuerwehr ein großer Tag. Das Fahrzeug war schon im Einsatz und sei in Übungen gut angekommen. Die Finanzierung war allerdings kein „Pappenstil“, denn man habe 251.000 € aufwenden müssen, wozu es eine Förderung des Landes mit 58.000 € gab, wofür sich Bürgermeister Walter bei Kreisbrandmeister Mors für seine Unterstützung bedankte.

Im Vordergrund der Anschaffung stehe in jeder Hinsicht die Erforderlichkeit und Einsatzbereitschaft. Mit diesem neuen Fahrzeug ist die Sicherheit sowohl für die Bevölkerung als auch für die Feuerwehrmänner selbst weiterhin bestens gewährleistet. So reiht sich die Fahrzeugbeschaffung ein in weitere große Investitionen in den letzten 10 Jahren für das Vellberger Fahrzeug, 10 Löschwasserbehälter und dem bevorstehenden digitalen Funknetz. Mit dem neuen Fahrzeug habe man nun eine optimale, perfekte Ausstattung und könne Menschen in Not noch besser helfen. Die Feuerwehrleute bat er, sorgsam und pfleglich mit dem neuen Fahrzeug umzugehen und es immer ordentlich zu warten und zu erhalten.

Danach blickte das Stadtoberhaupt auf die Anfänge um die Fahrzeugbeschaffung in den Mai 2004 zurück, als die ersten Gespräche geführt wurden, ehe der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Beschaffung fasste und die Finanzierung in den Haushaltsplänen 2007 und 2008 bereitstellte. In der Folgephase gab es sehr viel Arbeit, wofür er sich bei Kreisbrandmeister Mors für dessen begleitende Unterstützung und die Förderung bedankte, aber auch für die intensive Mithilfe bei der Fahrzeugübernahme von der Firma Ziegler. Sein nächster Dank galt Kommandant Jens Marquardt für sein zielstrebiges Wirken um die Fahrzeugbeschaffung mit seinem Feuerwehrteam bei Ausschreibung und Übernahme. Die Feuerwehr habe dabei sehr beeindruckend ihren Wissens- und Sachverstand eingesetzt bis ins Detail und bis zur kleinsten Schraube, so dass schließlich alles perfekt funktionierte. Auch seinem Mitarbeiter Hans Ebert dankte er für die verwaltungsmäßige Abwicklung der Fahrzeugbeschaffung samt Zuschussabrechung.

Abschließend übergab er nicht die Fahrzeugschlüssel, da die Feuerwehr diese ja bereits besitze, sondern eine Kiste Wein für eine kleine Feierstunde der Feuerwehr an Kommandant Jens Marquardt, der diese gleich an Abteilungskommandant Alexander Breiter weiter leitete. Den Feuerwehrleuten wünschte er eine stets gute und sichere Fahrt und eine ebenso gute Heimkehr ins Magazin. 

Danach wurde von den beiden örtlichen Pfarrern Bernd Hofmann und Werner Funk das neue Fahrzeug gesegnet. Dazu wurde mit Gitarrenbegleitung das Lied „Herr wir bitten: komm und segne uns“ intoniert. Pfarrer Hofmann zitierte danach aus dem Galater-Brief „Einer trage des anderen Last“. Die Feuerwehr stehe den Menschen in allen Notlagen bei und setze dabei Leib und Seele ein. Der Pfarrer erinnerte an das frühere Löschen mit Eimern bis hin zur heutigen ausgereiften Löschtechnik. Der neue Rettungsrucksack habe sich bei einem Einsatz schon bewährt. Allerdings bleibe ein letztes Risiko bei den Einsätzen und dazu brache man Gottes Gnade.

Auch Pfarrer Funk sprach ein Gebet und Segensworte und bezog dabei den heiligen Florian als Schutzpatron der Feuerwehren mit ein. Die beiden Pfarrer segneten das Fahrzeug, wobei Pfarrer Funk Weihwasser am Fahrzeug einsetzte. Nach einem zweiten Lied folgte dann der Schlusssegen. 

Kreisbrandmeister Jürgen Mors sprach Glückwünsche seitens des Landkreises und des Kreisfeuerwehrverbandes und dessen Vorsitzenden Werner Groß. Er würdigte die Beschaffung des neuen Fahrzeuges als zukunftsorientiert und lobte die Beschaffung trotz finanziell schwieriger Zeiten. Dabei bedankte er sich auch bei Bürgermeister Walter und dem Gemeinderat. Die Feuerwehrleute brauchen eine gute Ausrüstung für ihren ehrenamtlichen Dienst. Er drückte seine Hoffnung darin aus, dass das neue Fahrzeug viele Menschenleben und Güter retten möge. Er schloss mit dem Satz „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“.

Für die Lieferfirma Ziegler bedankte sich Albert Waldmann für den Lieferauftrag. Er meinte, dass das neue Fahrzeug gute 25 Jahre im Einsatz sein könne und lobte die hervorragende Zusammenarbeit von Feuerwehr und Stadt mit seiner Firma. Vor allem Feuerwehrmann Heiko Berroth habe dabei dem Konstrukteur der Firma noch wesentliche Verbesserungstipps geben können. Er erinnerte daran, dass das Fahrgestell rund 50.000 €, Aufbau und Beladung zusammen 160.000 € kosten. Die restlichen 40.000 € seien die Mehrwertsteuer. Auch er übergab der Feuerwehr ein Geschenk für das leibliche Wohl.  

Nach der Übergabe und Segnungsfeier lud Kommandant Jens Marquardt zur Fahrzeugbesichtigung ein, die auch reichlich genutzt wurde. Anschließend fanden sich alle zum Essen im und vor dem Magazin ein. Der Abend klang mit dem Magazinfest aus, zu dem weitere Bevölkerungsteile hinzu kamen. Dabei konnte man es sich auch an der Bar und an der Cocktailbar gemütlich machen.  

Am Festsonntag wurde ein großes Magazinfest der Abteilung Großaltdorf gefeiert, beginnend mit dem Festgottesdienst im Magazin, der vom Posaunenchor Großaltdorf feierlich umrahmt wurde. Pfarrer Bernd Hofmann bezog in seinen lebensnahen Gottesdienst die Feuerwehr und ihre Geräte voll mit ein und stellte eine Beziehung zwischen dem Glauben an Gott und den Aufgaben der Feuerwehr her. Auch die Fürbitte hatte einen Bezug zu den Rettungsaufgaben der Feuerwehr. Das Spendenopfer der Gäste wird als Anschubfinanzierung für einen Defibrilator für die Feuerwehr verwendet. Nach dem Gottesdienst wurde Pfarrer Hofmann mit einer Schaufeltrage „gerettet“.

Nach dem Gottesdienst konnten sich die zahlreichen Gäste im und vor dem Magazin mit Essen und Trinken stärken und anschließend auch die ausgestellten Oldtimerfahrzeuge und Geräte der Feuerwehr besichtigen, außerdem den Eine-Welt-Stand der Kirche unterstützen und an einer Tombola teilnehmen.

Die Jugendfeuerwehr hatte eine Spielstraße aufgebaut, die von den Kindern gerne angenommen wurde.

Text: Hans Ebert ; Bilder: Hans Ebert, Jens Marquardt